Linzer Seniorenzentren fit für Demenzkranke machen!

 

Linzer Seniorenbund: Optimierung demenzgerechter Betreuung.

Hohe Dunkelziffer bei Demenzerkrankungen!

Die Linzer Bevölkerung wird erfreulicherweise tendenziell immer älter. Rund ein Viertel der Linzerinnen und Linzer ist schon jetzt älter als 60 Jahre. Die im Jahr 2017 erstellte Bevölkerungsprognose der Stadt Linz prophezeit sogar einen weiteren deutlichen Anstieg: Die Gruppe der 60- bis 69-Jährigen soll bis 2027 um 25 Prozent steigen, die Zahl der 70- bis 79-Jährigen gleichzeitig um sieben Prozent anwachsen und bei den 80-Jährigen und Älteren ist ein Plus von 24 Prozent prognostiziert. Mit dem Alter steigen aber auch die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen. Insbesondere Demenzerkrankungen stellen nicht nur für die Betroffenen eine immense Herausforderung dar, sondern auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pflegeeinrichtungen.Daher bringt die ÖVP am kommenden Donnerstag im Gemeinderat eine Initiative dazu ein.

„Mit der rasant voranschreitenden demografischen Entwicklung steigen auch altersspezifische Erkrankungen wie Demenz und damit die Herausforderungen für den Pflegebereich in den Seniorenzentren der Stadt Linz. Ziel muss sein, die Linzer Seniorenzentren fit für Demenzkranke zu machen“, appelliert GR Josef Hackl, Obmann des Linzer Seniorenbundes, an die zuständige Sozialreferentin. Denn laut einer aktuellen Studie (DEMDATA gefördert vom Österreichischen Forschungsfonds, FWF)zeigen 85 Prozent jener Personen, die in einem Pflegeheim leben, eine Form eines kognitiven Defizits. Die Zahlen besagen jedoch auch, dass nur 58 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner eine Demenz-Diagnose erhalten hatte, die auch in den Krankenakten dokumentiert war. „Aus dieser Dunkelziffer leitet sich ein Hinweis auf ein großes Defizit in der bedürfnisorientierten Versorgung von Plegeheimbewohnern ab“,erklärt Hackl.  Alleine in Oberösterreich sind aktuell 17.000 Menschen von der Diagnose betroffen. Im Jahr 2030 sollen es doppelt so viele sein.

Ziel muss sein, den aktuellen Stand an Demenz-Erkrankten in den Linzer Alten- und Pflegeheimen zu erfassen. Das soll laut Hackl durch die zuständige Sozialreferentin in Kooperation mit den Seniorenzenten Linz (SZL) bzw. den anderen in Linz tätigen Heimträgern in Form einer vertiefenden Erhebung der Demenzerkrankungen erfolgen. Darauf aufbauend, soll durch spezifische auf die Erkrankung ausgerichtete Angebote für die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner zielgerichtet auf deren Bedürfnisse eingegangen werden. Ziel ist es, eine demenzgerechte, also für diese Personengruppe optimierte Langzeitpflege anbieten zu können, um damit den Alltag der Pflegeheimbewohnerinnen und -Bewohner, der Pflegteams und der Angehörigen langfristig zu verbessern. Dies ist eine der vielen Initiativen, die der Linzer Seniorenbund im Sinne der Seniorenbetreuung in der Landeshauptstadt setzt.

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